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II. BIOGRAPHIE VON MARTIN MARTINI

 

MARTIN MARTINI
(? 1565 – † 1610)
Goldschmied und Graveur in Freiburg in Üchtland


Martin Martini wurde höchst wahrscheinlich in Riggenberg (Zignau -romanisch-) geboren, ein kleines Dorf der Surselva - zwischen Disentis und Ilanz – im Westen Graubündens auf dem Weg von Oberalp nach Chur. Martini starb um 1610, in der Umgebung Mailands.

Martin Martini war vor allem als Goldschmied, Graveur und Glasmaler bekannt. Als Maler wurde er ein einziges Mal in einem Gerichtsprotokoll von 1595 erwähnt.

Drehen wir die Zeit einwenig zurück. Gegen 1590 ehelichte Martini die Tochter seines Meisters, Peter Wegerich seines Zeichens Münzmeister in Chur. Nach einer Münzfälschungsaffäre musste Martini flüchten. Wir finden seine Spuren erst wieder 1592 in Luzern, des Gelddiebstahls verdächtigt und musste wieder Flüchten, er suchte Zuflucht und kehrte wieder nach Chur zurück. In dieser Zeit verstarb seine Ehefrau und er heiratete zum zweiten Mal eine gewisse Barbara von Wyl. Im darauf folgendem Jahr kehrte er nach Luzern zurück und wurde am 27. Dezember 1593 eingebürgert. Dagegen wird ihm, 1595, die Aufnahme in die Bruderschaft von Sankt Lukas (eine Verbindung von Meistermaler, Bildhauer, Glasmaler und Glaser) endgültig verweigert. Zwei Jahre später entstand seine Gravur von der Stadt Luzern und Umgebung.

Im Jahre 1600 kam Martini zum ersten Mal nach Freiburg. Er wurde beauftragt eine Reihe von Silberbüsten zu fertigen (Heiligenschreine?). Leider wurden sie für nicht gut genug befunden und wurden wieder eingeschmolzen. Eine neue Bestellung einer einzelnen Büste erfuhr das gleiche Schicksal. Auf Kriegsfuss mit dem Stadtrat und bis zum Hals verschuldet, verliess Martini Freiburg und reiste nach Luzern, die Stadt verliess er wieder ende 1601. Mit Kind und Kegel fand er sich wieder in Altdorf um kurz darauf wieder in den Graubünden zu übersiedeln. Während dieser Zeit blieb er in Verbindung mit Bern und Freiburg und unterbreitete die Städte einen Vorschlag, einen Stadtplan, wie er vier Jahre frührer für Luzern realisierte, zu gravieren. Leider waren seine Erwartungen zu hoch und wurden deswegen von Bern und Freiburg abgelehnt.

Erst wieder um 1604, finden wir unser Goldschmied an den Gestaden der Saane. Er bezog das Haus Nr. 9 an der Reichengasse (Grand-Rue) und stand im Dienste von Stéphan Phillot, Münzmeister und offizieller Drucker der Stadt. Phillot gab Martini den Auftrag den berühmte Kupferstich von 1606 zu stechen. Dieser Kupferstich wurde den Exzellenzen der Stadt von Phillot zum Geschenk gemacht. Grosszügig überreichten die Exzellenzen 30 Pfund an Martini (heutiger Wert CHF 1450). Erwähnenswert ist die Tatsache, dass, im Jahre 1582, 350 Pfund an den Solothurner Gregor Sickinger für einen ähnlichen Plan bezahlt wurde. Einziger Trost für Martini, er erhielt, mit allen Ehren, die Bürgerschaft der Stadt Freiburg am 22. Dezember 1606! Einige Monate später heiratete Martini zum dritten Mal, eine gewisse Elisabeth Haar, sie kauften ein Haus inklusive Wirtschaft in der Metzgergasse.

Diese Ruhephase im Leben der Martinis dauerte nicht lange, seine Frau wurde wegen Verleumdung verfolgt, die Klägerin war die Ehefrau des Vogtes von Avenches, aus Rücksicht zu Frau Martini folgte der definitive Wegzug der ganzen Familie aus Freiburg in Jahr 1609.

Sie zogen nach Italien. Martini wurde zum Münzmeister des Herzog Agostino de Spinola in Tassarolo, in der Umgebung von Mailand, ernannt. Dort lebte Martini bis zu seinem Tod im Jahre 1610.

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